Stark gegen Antifeminismus

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Qualifizierungsreihe

Antifeminismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit prägen zunehmend gesellschaftliche Debatten – sowohl in der Verwaltung und in der Politik als auch im Ehrenamt, in Initiativen und aktivistischen Kontexten. Die praxisnahe Fortbildungsreihe „Feministisch. Solidarisch. Intersektional. Haltung zeigen gegen Antifeminismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit“ stärkt FINTA*-Personen und Allies darin, in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Mit einem intersektionalen Ansatz verbindet die Reihe Wissensvermittlung, praktische Trainings und kollegialen Austausch. Sie umfasst zwei dreitägige Bildungsurlaube in Hannover und Springe sowie digitale Module und Supervision, in denen die Teilnehmenden Strategien entwickeln, Machtverhältnisse reflektieren und solidarische Netzwerke aufbauen. Neben geschützten Empowermenträumen für FINTA*-Personen schafft die Reihe auch Lernräume für Allies, die ihre Rolle reflektieren und Verantwortung im Einsatz gegen Diskriminierung übernehmen möchten.

FINTA* ist ein Akronym für Frauen, Inter*, Nicht-binäre, Trans- und Agender-Personen.
Mit Allies meinen wir männliche Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt (Cis-Männlichkeit).

Bitte beachten Sie: Eine Anmeldung ist nur für die gesamte Modulreihe möglich, nicht für einzelne Module.

Infoabend

DI, 09.06.26, 17:30-19:00 Uhr, Online

An dem digitalen Infoabend bekommen Sie Informationen zur Qualifizierungsreihe und können Ihre Fragen stellen.

Anmeldung: Link

Vor dem Infoabend erhalten Sie die Zugangsdaten für die ZOOM-Konferenz.

Isabel Herth & Dr. Lisa Doppler, Bildungsreferentinnen beim Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB)

Für Allies: „Kritische Männlichkeit und Machtverhältnisse“

DO, 03.09.26, 13:00-17:00 Uhr, Online

Inhalte

DO, 03.09.26, 13:00-17:00 Uhr, Online

In diesem einführenden Modul setzen sich männliche Teilnehmende mit gesellschaftlichen Männlichkeitsbildern, Privilegien und Machtverhältnissen auseinander. Ziel ist es, eine machtkritische Perspektive zu entwickeln / zu stärken, die ein achtsames, solidarisches und diskriminierungskritisches  Lernen in der Gruppe für alle ermöglicht. Das Modul bildet die Grundlage, um im weiteren Verlauf der Qualifizierungsreihe Reproduktionen und Dominanzverhalten zu vermeiden.

Referent: Manfred Brink (Bildungsreferent, VNB) Manfred Brink arbeitet als Bildungsreferent der Fachstelle vielgestaltig* 2.0 (VNB) vor allem zu den Themen Kritische Männlichkeiten und Intersektionalität.

Dreitägige Einführung als Bildungsurlaub in Hannover

Modul 1: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit & Intersektionalität

23.09.26: 10:00-17:00 Uhr, Hannover

Inhalte

Referent*in: Franciska R. Petsch, Sozialwissenschaftler*in & politische Bildner*in

Modul 2: Antifeminismus und Queerfeindlichkeit

24.09.26: 09:30-17:30 Uhr, Hannover

Inhalte

Referent*in: Franciska R. Petsch, Sozialwissenschaftler*in & politische Bildner*in

Optional: Abends get-together und Filmscreening

Modul 3: Critical Whiteness & BIPoC-Empowerment

25.09.26: 09:30-15:00 Uhr, Hannover

Critical Whiteness

Auch wenn wir alle Sätze wie “Sprache ist Macht” und “Sprache schafft Tatsachen” kennen, wird die Wirkung von Sprache oft unterschätzt. Sie kann im Kontext von Diskriminierung nicht nur Menschen verletzen und Vertrauen zerstören, sondern kann auch im Positiven viel schaffen: wenn ich mich als weiß, able bodied, neurotypisch, nicht-binär, Elternteil, aus einer akademischen Familie stammend etc positioniere, beschreibe ich nicht nur inhaltlich, wer ich bin. Es sendet vor allem das Signal: ich weiß, dass es unterschiedliche Lebensrealitäten gibt und die Erfahrungen aller Menschen unterschiedlich sind. Ich bin mir meiner Privilegien bewusst und der strukturellen Diskriminierung, in der viele Menschen leben müssen. Und: wenn ich trotz bester Absichten einen diskriminierenden Begriff verwende, weißt du, dass du es mir sagen kannst und ich Verantwortung für mich und meine Sprache übernehme.

Referent*in: Jojo Prien-Kaplan, Referent*in für Antidiskriminierung und Intersektionalität

BIPoC-Empowerment

“Empowerment“ ist heute ein viel genutzter Begriff – dabei wird oft vergessen, dass er aus der Diskriminierungskritik kommt. Seine Wurzeln liegen in Bewegungen von verschiedenen von Diskriminierung betroffenen Aktivist*innen und steht für Selbstermächtigung und Widerstand. Empowerment kann überall stattfinden: im kleinen Kreis mit Freund*innen, in der Shisha Bar oder in Workshops – immer dann, wenn Menschen mit ähnlichen Diskriminierungserfahrungen zusammenkommen und Räume entstehen, in denen sie ganz sie selbst sein können. In diesem Workshop nähern wir uns dem Thema Rassismus aus genau dieser Perspektive: Wir reflektieren, wie Rassismus unser Leben und unseren Arbeitsalltag prägt, und schauen auf die Strategien, die wir im Umgang damit entwickelt haben – bewusst oder unbewusst. Neben Austausch und Reflexion geht es auch um konkrete Handlungsmöglichkeiten: Wie kann ich in herausfordernden Situationen reagieren? Und wie kann Selbstfürsorge im Alltag aussehen? Ich spreche aus meiner Perspektive als Frau of Color und Muslima mit eigenen Erfahrungen von Rassismus, Sexismus und Klassismus. Meine eigenen Erfahrungen in Empowermenträumen haben mich dazu bewegt, das HABIBA STUDIO zu gründen.

Referentin: Filiz Alheraki, Trainerin für Rassismuskritik & female Empowerment (habiba)

Modul 4: Antifeministische Narrative und Strategien

29.10.26, 09:00-15:00 Uhr, Online

Inhalte

In Modul 4 geht es um die Analyse typischer antifeministischer Argumentationsmuster, Kommunikationsstrategien und Rhetoriken. Die Teilnehmenden sollen lernen, diese Narrative als Teil von demokratiefeindlichen, oft auch rassistischen und queerfeindlichen Diskursen zu erkennen und einzuordnen. Ziel ist es, Handlungssicherheit im Umgang mit antifeministischen Angriffen zu entwickeln und strategische Gegenrede zu trainieren.

Referent*in: Laura Sasse, freie Bildungsreferent*in und wissenschaftlich tätig, Assoziierte*r Mitarbeiter*in bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V.

Modul 5: Schaffung von Schutzstrukturen in Institutionen

26.11.26, 09:00-15:00 Uhr, Online

Inhalte

Wie können Organisationen wirksam auf Antifeminismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit reagieren und nachhaltige Schutzstrukturen aufbauen? In diesem Modul setzen sich die Teilnehmenden mit formalen und informellen Maßnahmen auseinander, lernen relevante rechtliche Rahmenbedingungen kennen und arbeiten mit Beispielen aus der Praxis. Im kollegialen Austausch werden Erfahrungen reflektiert und erfolgreiche Ansätze diskutiert. Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln und einen individuellen Plan zu erarbeiten, um Schutz- und Unterstützungsstrukturen im eigenen Arbeits- oder Engagementkontext zu stärken und umzusetzen.

Referentinnen: 

Lea Lochau, Koordinatorin der Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus bei der Amadeu Antonio Stiftung

Wiebke Eltze, Trainerin für politische Bildung & Moderatorin

Modul 6: Umgang mit digitaler Gewalt

26.11.26, 09:00-15:00 Uhr, Online

Inhalte

In diesem Modul setzen sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Formen digitaler Gewalt auseinander, darunter beleidigende und bedrohende Kommentare, sexualisierte Übergriffe sowie gezielte Einschüchterungsversuche. Im Fokus stehen praxisnahe Strategien für den Umgang mit Angriffen in persönlichen und professionellen Kontexten. Die Teilnehmenden lernen, angemessen auf digitale Gewalt zu reagieren, Grenzen zu setzen und sich selbst sowie andere zu schützen. Darüber hinaus werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie gegen digitale Gewalt argumentativ und rechtlich vorgegangen werden kann.

Referentin: Kathi Heffe, Betroffenenberaterin bei HateAid gGmbH

Modul 7: Bündnisse statt Rivalität – Feministische Netzwerke bilden

16.02.27, 09:00-15:00 Uhr, Online

Inhalte

! Für Allies: 09:00-10:30 Uhr !

Warum fällt es Frauen oft leichter, sich miteinander zu vergleichen, statt sich gegenseitig zu stärken? In diesem Workshop setzen wir uns mit gesellschaftlichen Prägungen, Rollenbildern und inneren Blockaden wie Selbstzweifeln und Rivalitätsdynamiken auseinander und reflektieren, wie diese unser Verhalten im beruflichen und persönlichen Kontext beeinflussen. Durch Austausch, Reflexion und praktische Übungen zum Netzwerken entwickeln wir Ansätze, um feministische Bündnisse zu bilden und uns gegenseitig zu unterstützen und zu empowern.

Referentin: Franzi Helms (Coachin, Trainerin und Speakerin für Vereinbarkeit und Empowerment)

Dreitägiger Empowerment-Bildungsurlaub im Tagungshaus in Springe

Modul 8: Argumentationstraining für Women of Color, weiße Frauen*, Allies

10.03.2027, 10:00-18:00 Uhr

Gruppe 1: FINTA*-Persons of Color

Der Workshop richtet sich an FINTA*-Persons of Color und bietet Raum für Austausch und Empowerment. Im Fokus steht die Analyse antifeministischer und rassistischer Argumentationsweisen sowie die Erprobung von Gegenrede. Gemeinsam werden konkrete Situationen aus Alltag und Arbeitskontext bearbeitet: Wie kann ich reagieren? Welche Handlungsmöglichkeiten und rechtlichen Spielräume habe ich? Durch praxisnahe Übungen werden Handlungsmöglichkeiten erprobt und eigene Strategien entwickelt. Gleichzeitig werden strukturelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in den Blick genommen und Erfahrungen aus dem Alltag gemeinsam reflektiert.

Referentin: Zaina Filah (Trainerin für Female Empowerment, habiba)

Gruppe 2: weiße FINTA*-Personen

angefragt

Gruppe 3: Allies

In dieser Gruppe entwickeln wir gemeinsam Strategien, wie es als Mann gelingen kann, sich solidarisch, verantwortungsvoll und klar gegen Antifeminismus zu positionieren und aktiv einzusetzen. Hierbei fragen wir uns aber nicht nur, wie es gelingen kann, ein guter Verbündeter für von Antifeminismus betroffene Personen(gruppen) zu sein, sondern reflektieren zugleich, wie verinnerlichte männliche Einstellungs- und Verhaltensmuster dazu beitragen können, nicht immer adäquat zu reagieren.

Referent: Manfred Brink arbeitet als Bildungsreferent der Fachstelle vielgestaltig* 2.0 (VNB) vor allem zu den Themen Kritische Männlichkeiten und Intersektionalität.

Modul 9: Präsenz und Innere Haltung

11.03.2027, 09:30-17:30 Uhr

Inhalte

Körpersprache und innere und äußere Haltung sind zentral für den „ersten Eindruck“ und vermitteln oft mehr als das gesprochene Wort. Der Workshop soll empowern, eigene Inhalte in Diskussionen, Präsentationen oder Verhandlungen selbstbewusst, authentisch und durchsetzungsstark zu platzieren, sich Raum zu nehmen und Gehör zu verschaffen. Vor dem Hintergrund einer kurzen theoretischen Einführung werden eigene körpersprachliche Muster sowie innere Prägungen und Glaubenssätze reflektiert. Danach werden die Teilnehmenden mit kreativen Methoden und Techniken aus Schauspiel und Improvisation lernen, ihre eigene(n) Haltung(en) zu sich selbst und zur Außenwelt zu reflektieren, ihre individuellen Potentiale weiterzuentwickeln und ihr körpersprachliches Repertoire zu erweitern, um mit mehr Präsenz im Raum zu wirken.

Referentin: Geraldine Mormin (Theaterpädagogin, Moderatorin und Prozessbegleiterin)

Modul 10: Resilienz und Selbstfürsorge

12.03.2027, 09:30-15:00 Uhr

Inhalte

Menschen, die sich gleichstellungs- und gesellschaftspolitisch engagieren, sind häufig vielfältigen Belastungen wie Zeitdruck, hohen Anforderungen, Konflikten und ständiger Präsenz ausgesetzt. Der Workshop vermittelt praxisnah, wie Resilienz gestärkt, Stress besser bewältigt und Selbstfürsorge bewusst in den Alltag integriert werden kann. Im Mittelpunkt stehen die Reflexion eigener Belastungsmuster, alltagstaugliche Strategien zur Stressbewältigung sowie Impulse zur Stärkung von innerer Ruhe, Selbstfürsorge und persönlicher Handlungsfähigkeit.

Referentin: Gośka Soluch (Trainerin, Referentin, Supervisorin)

Modul 11: Abschluss / Reflexion

15.04.2027, 10:00-15:00 Uhr, Hannover

Inhalte

Zum Abschluss der Reihe kommen wir zusammen, um die vergangenen Monate zu reflektieren, evaluieren und in die Zukunft denken. Wo stehen wir gerade, was haben wir in unserem Koffer und woran wollen wir weiterarbeiten und wachsen? Bei einem Brunch verabschieden wir uns der intensiven gemeinsamen Zeit angemessen voneinander, weben an unserem solidarischen Netzwerk und Stärken uns für unsere feministisch-antirassistische Praxis.

Referentinnen: Gośka Soluch, Isabel Herth und Lisa Doppler

Supervision in der Gruppe

(insgesamt 8 Stunden, gemeinsame Terminfindung)

An mehreren Terminen besteht die Möglichkeit, an einer Supervision teilzunehmen. Durch Supervision wird Resilienz gestärkt, denn sie ermöglicht Entlastung durch Klärung der eigenen Rolle. Sie hilft dabei, Angriffe einzuordnen und Strategien zu entwickeln, sich selbst und das eigene Team zu stärken. Zusätzlich unterstützt sie dabei, Prioritäten zu setzen und den eigenen Handlungsspielraum realistisch einzuschätzen – gerade bei hohen Erwartungen und knappen Ressourcen. So entsteht wieder mehr Klarheit, Sicherheit und Mut, die eigene Position gut vertreten zu können.

Supervisorin: Gośka Soluch

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