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Dokumentation Fachtag: Wer hat Macht? – Diskriminierungskritische Perspektiven auf Bildungsarbeit

      

Wer hat Macht?

Was bedeutet es, Bildungsarbeit zu gestalten? Wie kann ich der Diversität in Bildungsräumen gerecht werden? Und wer lernt auf wessen Kosten?

Ob wir es wollen oder nicht, Machtverhältnisse spielen auch in der Bildungsarbeit eine tragende Rolle. Die Gestaltung von Lernräumen, die Anwendung von Methoden, die Aufbereitung von Wissen, die Auswahl von Arbeitsmaterialien, all das trägt nachhaltig dazu bei, wer in diesen Räumen gut lernen kann und wer sich von Methodik und Didaktik nicht angesprochen fühlt. Häufig bekommen Personen, die von (mehrfacher) Diskriminierung betroffen sind, auch im Bildungsbereich weniger Lernchancen und werden bei der Konzeption von Bildungsformaten vergessen.

Auf dem Fachtag Wer hat Macht? des Projekt vielgestaltig* im Stephansstift Hannover am 06. Juli 2022 erarbeiteten wir deshalb gemeinsam diskriminierungskritische Perspektiven auf Bildungsarbeit und gingen der Frage nach, wie die eigene Bildungsarbeit diversitätssensibel und inklusiver gestaltet werden kann.

In einer Keynote berichtete die Trainerin und Beraterin Verena Meyer von ihrer eigenen Biografie und wie diese ihre jetzige Bildungsarbeit prägt. Sie erläuterte, wie Diskriminierung funktioniert und wie wir alle mit unterschiedlichen Positionierungen von den aktuellen Machtverhältnissen auf verschiedene Weise betroffen sind oder von ihnen profitieren.

Nachmittags konnten die Teilnehmenden in vier Workshops zu unterschiedlichen Themen miteinander ins Gespräch kommen.

Filiz Alheraki und Saba Hussein luden die Teilnehmenden ein, sich mit dem Thema Allyship und Powersharing zu beschäftigen und gingen der Frage nach, was Menschen tun können, wenn sie von gesellschaftlichen Machtverhältnissen profitieren.

Mit Olaf Jantz arbeiteten andere Teilnehmende an den Themen Armut, Migration und Männlichkeit* und besprachen, wie diese Themenfelder miteinander verwoben sind.

Né Fink gab einen Workshop zum Thema Geschlechtliche Vielfalt in der Bildungsarbeit und besprach mit den Teilnehmenden verschiedene Begrifflichkeiten rund um die Themen geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung.

 

Im Workshop Intersektionale Bildung besprach Tinka Greve mit den Teilnehmenden, was der Begriff Intersektionalität – also die Berücksichtigung von Mehrfachzugehörigkeiten und die Verwobenheit von Diskriminierung – eigentlich bedeutet und wie eine intersektionale Bildungsarbeit aussehen kann.

In einem gemeinsamen Abschluss, der von der Moderation Akua Leonie Wolbert gestaltet wurde, konnten die Referent*innen und Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Erkenntnisse des Tages teilen. Es wurde festgestellt, dass machtkritische Bildungsarbeit ein breites, komplexes Thema ist, bei dem es einerseits noch viel zu tun gibt, es sich andererseits aber für alle* Menschen lohnt, eine machtkritische Perspektive in der eigenen Arbeit einzunehmen.

  

Fotos: China Hopson