Der missio-Truck in Göttingen | Eine Welt, keine Sklaverei – Demokratie braucht Gute Arbeit
Die AG Politische Bildung der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) holt den missio-Truck nach Göttingen. Die mobile Ausstellung „Eine Welt. Keine Sklaverei.“ informiert über moderne Sklaverei aus globaler und regionaler Perspektive und zeigt Wege auf, wie jede*r Einzelne zu einer gerechteren Welt beitragen kann.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bedeutung „Gute Arbeit“ für das Funktionieren demokratischer Gesellschaften hat. Dazu gehört, dass Arbeit menschengerecht, fair bezahlt und gesundheitsfördernd ist. Menschenunwürdige und ausbeuterische Arbeitsbedingungen erschweren die gesellschaftliche Teilhabe massiv, festigen strukturelle Diskriminierung und verstärken diskriminierende und rassistische Stereotype. Häufig betroffen sind Migrant*innen, insbesondere aus Nicht-EU-Staaten, sowie Frauen, vor allem im Bereich Pflege und Gesundheitswesen. Neben der globalen Perspektive wird deshalb auch für ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in unserer Region sensibilisiert.
Der missio-Truck in Göttingen
Der Ausstellungstruck macht zunächst an zwei Göttinger Schulen Station: am 8. und 9. September 2026 an der Berufsbildenden Schule 1/Arnoldischule und am 10. und 11. September am Hainberg-Gymnasium.
Für die interessierte Bevölkerung ist die Ausstellung anschließend auf dem Albaniplatz kostenlos zugänglich: Freitag, 11. September, 16–20 Uhr, und Samstag, 12. September 2026, 10–16 Uhr.
Die Ausstellung sensibilisiert über moderne Sklaverei, von der heute mehr als 50 Millionen Menschen betroffen sind. In fünf multimedialen Räumen wird die bedrückende Wirklichkeit moderner Sklaverei erfahrbar – etwa auf Teeplantagen in Indien, in deutschen Fleischfabriken oder auf Kreuzfahrtschiffen. Dabei wird deutlich, was moderne Sklaverei auch mit unserem Leben in Deutschland zu tun hat. Zugleich zeigt der missio-Truck Handlungsmöglichkeiten für eine gerechtere Welt auf.
Vortrag und (Podiums-)Diskussion
Am Freitag, 11. September 2026, von 17 bis 19 Uhr findet bei Arbeit und Leben Niedersachsen, Lange-Geismar-Straße 72–73, 37073 Göttingen, die kostenlose Veranstaltung „Eine Welt, keine Sklaverei – Demokratie braucht Gute Arbeit“ statt. Sie ist zugleich Auftaktveranstaltung der Fairen Woche Göttingen.
Unter der Frage „Gibt es in Deutschland unfreie Arbeit?“ richten Dr. Felix Bluhm, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Göttingen, und Dr. Peter Birke vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) den Blick von der globalen Ebene auf die Arbeitsbedingungen in Deutschland. Bluhm forscht unter anderem zu Arbeit und Migration sowie zur Fleischindustrie. Birkes Forschungsschwerpunkte sind Arbeits-, Migrations- und Geschlechterverhältnisse, Gewerkschaften, Arbeitskämpfe und soziale Bewegungen.
An der anschließenden (Podiums-)Diskussion beteiligen sich Dr. Peter Birke, Paul Idu, Iris Rupprecht, Susanne Scholz und Jonathan Mesecke. Paul Idu berät bei den Beratungsstellen für mobile Beschäftigte in Niedersachsen mehrsprachig zu Lohn, Arbeitsvertrag, Sozialversicherung und Kündigung und kennt die Lücke zwischen Rechten auf dem Papier und ihrer tatsächlichen Durchsetzung.
Iris Rupprecht und Susanne Scholz sind Betriebsrätinnen der UMG Klinikservice GmbH. Gemeinsam mit ihren Kolleg*innen vertreten sie mehr als 1.000 Beschäftigte in Reinigung, Versorgung, Wäscherei und Krankentransport. Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung, kurzfristiges Einspringen und Überstunden prägen vielfach den Alltag. Jonathan Mesecke ist Mitglied der Geschäftsführung von Naturkost Elkershausen, dem einzigen nach FairBio zertifizierten Großhandel in Deutschland. Moderiert wird die Diskussion von Noreen Hirschfeld, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Göttingen.
Veranstalter*innen und Partner*innen
Veranstalterin ist die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS). Kooperationspartner*innen sind Arbeit und Leben Niedersachsen, Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen, Entwicklungspolitisches Informationszentrum, Ländliche Heimvolkshochschule Mariaspring und der Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit bzw. mit Förderung durch missio Aachen, Bistum Hildesheim, Stadt und Landkreis Göttingen, Partnerschaft für Demokratie und die Stadt Göttingen statt.
Gemeinsam wird damit eine Debatte darüber angestoßen, wie moderne Sklaverei und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse weltweit und vor Ort bekämpft werden können – und warum Gute Arbeit eine wichtige Voraussetzung für eine demokratische und gerechte Gesellschaft ist.
Mehr Infos zum missio-Truck unter diesem Link.

