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Queeres Leben in der Migrationsgesellschaft“ (QLM)

Als Nachfolgeprojekt für die NVBF startete die VNB-Geschäftsstelle Göttingen gemeinsam mit dem Andersraum – LSBTI*-Zentrum in Hannover das Projekt „Queeres Leben in der Migrationsgesellschaft“ (QLM). Entsprechend den in der NVBF gesammelten Erfahrungen erweiterte das neue Projekt sein Arbeitsfeld über geflüchtete Personen hinaus auf alle Menschen, die sowohl mit Migrationshintergründen als auch queerem Leben zu tun haben. QLM setzte so einen Schwerpunkt auf das Thema Mehrfachzugehörigkeit bzw. Mehrfachdiskriminierung, die quantitativ und qualitativ eine andere Erfahrung ist als „eindimensionale” Diskriminierung. Im Projektrahmen trafen sich dazu Qualifikationen zu migrations- und fluchtspezifischen Themen mit fachlichen Kompetenzen zu LSBTIQ* und Beratungskompetenzen. Die Angebote des Kompetenzzentrums QLM richten sich sowohl an Individuen als auch an Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Behörden, Vereine und Verbände.

Angesprochen wurden mit diesem Thema einerseits kommunale und landesweite Migrant*innenselbstorganisationen (MSOs) in Niedersachsen, Träger und Initiativen im Bereich Integration/ Migration/Partizipation sowie Fachkräfte der Sozialen Arbeit. Andererseits gab es Veranstaltungen für die queeren Selbsthilfestrukturen, um diese für die Situation von queeren Menschen zu sensibilisieren, die schon länger mit Migrationshintergrund in Niedersachsen leben. Die Workshop- und Seminarangebote arbeiteten dazu mit kultursensiblen Strategien, die auf die besondere familiäre und gesellschaftliche Bewertung Rücksicht nahmen. QLM setzte auf Dialog, Begegnung und Argumentation. Zentrales Bildungsziel war das Thema LSBTIQ* mit Ansätzen der Diversity Education zu kombinieren und so Migrant*innen-Communities neue Zugänge zu erschließen, Vorurteile abzubauen und ein Klima der Wertschätzung für Vielfalt zu schaffen.

Darüber hinaus wurde die Selbstorganisation von jungen LSBTIQ* mit Migrationskontexten gefördert durch eine Zusammenarbeit mit der Programmstelle „Generation hoch drei“ des Landesjugendrings Niedersachsen (ljr). Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist u.a. eine Gruppe in Hannover mit der Eigenbezeichnung Prisma – Queer Migrants, die insbesondere von jungen lesbischen und bisexuellen Frauen of Color bzw. mit Migrationskontexten aufgesucht wurde und wird. Sie bietet für diese einen geschützten Raum für Austausch und Vernetzung. Die Gruppe besteht über die Projektlaufzeit hinaus im Andersraum und baut ihre Angebote für insbesondere junge LSBTI* mit Migrationskontexten weiter aus (Stand 2020). Für junge Männer of Color bzw. mit Migrationskontexten sollte ebenfalls eine Gruppe aufgebaut werden. Allerdings schlossen sich dann die wenigen Interessenten aus der Region Hannover der Gruppe Prisma Queer Migrants an.

Abgeschlossen wurde die Projektlaufzeit durch den landesweiten Fachtag „Schnittstelle Migration und Queer – Intersektionale Herausforderungen in der Jugend- und Migrationsarbeit“ am 05. Februar 2020. Der Fachtag stellte den Projektverlauf sowie die Ergebnisse des Projektjahres einem Fachpublikum vor bestehend aus LSBTI*-Strukturen in Niedersachsen, Vertreter*innen der MSO und Fachkräften der Sozialen Arbeit. Genutzt wurde diese Veranstaltung auch von Lehrkräften, denen sich in der Schule entsprechende Aufgabenstellungen stellen. Der Austausch und die Rückmeldungen in den angebotenen Workshops des Fachtags machte den Bedarf der Fach- und Lehrkräfte an weiterführenden Qualifizierungsangeboten für intersektionale Arbeit an der Schnittstelle Migration und LSBTI* deutlich. Ausgehend von diesen Rückmeldungen entwickelte der VNB das Projekt „Sexualität und Geschlecht im Spiegel“.

Ermöglicht wurde die Arbeit von QLM vom März 2019 bis zum Februar 2021 durch das Niedersächsische Sozialministerium aus Mitteln der Richtlinie Migration, Teilhabe und Vielfalt.

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