VNB-Fortbildungsangebote zum Themenbereich "Geschlechterpädagogik"

Geschlechterbewusste Arbeit in Kindergarten, Hort und Grundschule

Praxisfeld Kindergarten/ Hort
Was führt dazu, dass Mädchen sich schon in den frühen Lebensjahren „weiblich“ –  z.B. zurückhaltender, leiser, folgsamer und zickig – und Jungen sich „männlich“ – z.B. aggressiver, lauter, durchsetzungsfreudiger und direkter – verhalten? Wie kann ich als Pädagogin oder Pädagoge der Festlegung der Kinder auf einseitige Verhaltens- und Rollenmodelle entgegenwirken und nicht-rollenkonformes Verhalten bei Kindern stärken?
Themen der Fortbildungen sind: 

  • Reflexion gesellschaftlicher wie persönlicher Geschlechterbilder
  • Auswirkungen auf die Sozialisation der Kinder.
  • Prinzipien, Methoden und Materialien geschlechterbewusster Pädagogik 
  • Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis

 Praxisfeld Grundschule

Wie bewältigen Mädchen, wie Jungen die anstehenden Entwicklungsaufgaben? Wie wirken sich Zuschreibungen an Geschlechterrollen (immer noch) aus? Wie gehen Mädchen und Jungen mit Konflikten um? Wie gestalten sich Prozesse der Geschlechterrollenaneignung?
Themen der Arbeit mit Jungen: Umgang mit Konflikten, Gefühle, eigene Grenzen und die Grenzen anderer, Regeln, Raumaneignung, Rollenvorbilder und – alternativen. Themen der Arbeit mit Mädchen sind u.a.: Wünsche und Interessen und die Ermutigung, diese wahrzunehmen und aktiv zu gestalten; „zickiges“ Verhalten von Mädchen (Gründe, Funktion, pädagogische Handlungskonzepte).


Geschlechterbewusste Sexualpädagogik

Sexualität ist mehr als miteinander schlafen. Sie ist in ihren jeweiligen Erscheinungsformen natürlicher Bestandteil unseres gesamten Lebens. Neben dieser Selbstverständlichkeit von Sexualität einerseits ist der Umgang damit jedoch häufig eher schwierig. Verständlicherweise, denn es handelt sich um ein sehr persönliches und intimes Thema, bei dem es schwer ist darüber zu sprechen, ohne nicht mit den eigenen Gefühlen dazu konfrontiert zu sein. Gerade für die sexualpädagogische Arbeit ist es unser Anliegen Sie zu befähigen sich verantwortlich, kompetent und bewusst mit dem Thema in ihrer Praxis auseinandersetzen zu können und Handlungsmöglichkeiten in Ihrem jeweiligen Arbeitsfeld zu bekommen.

Praxisfeld Kindergarten und Hort
Schimpfwörter, Doktorspiele und Fragen zur Sexualität können PädagoInnen vor viele Fragen stellen: Ist das „normal“? Wie kann ich mit solchen Situationen umgehen? Wie erleben Kinder ihre Sexualität? Welche Unterschiede gibt es zwischen Kinder- und Erwachsenensexualität? Wann muss ich einschreiten? U.v.m.
Die Auseinandersetzung mit der persönlichen Haltung zu kindlicher Sexualität ist ein wichtiger Baustein der Veranstaltung: Eigene Wertvorstellungen, Tabus, Ängste spielen im Umgang mit ihr häufig eine große Rolle. Welchen sinnvollen und unterstützenden Umgang PädagogInnen dabei für die Kinder und für sich finden können soll in dieser Fortbildung vermittelt werden.
Zielgruppe: pädagogische MitarbeiterInnen in Kindergarten und Hort

Praxisfeld offene Jugendarbeit
„Schwule Sau“, „Alte Schlampe“, „Wichser“, „Hurensohn“ sind für PädagoInnen in der offenen Jugendarbeit alltäglich zu hörende Ausdrücke. Diese Mischung aus Sexualität und Aggression kann Angst machen. Für die Zielgruppe der pubertierenden Jugendlichen spielt Sexualität eine zentrale Rolle. Mädchen sein – Frau werden, Junge sein – Mann werden, Das erste Mal, Kennen lernen, sexuelle Orientierungen, Verhütung, Schwangerschaft, sexuelle Gewalt sind lediglich ein Ausschnitt der potentiellen Themen in dieser Zeit. Doch wie können diese Themen in der offenen Jugendarbeit überhaupt angegangen werden? Wo sind Möglichkeiten und Grenzen für PädagogInnen? Auf diese Fragen möchten wir mit ihnen Antworten für ihre Praxis erarbeiten.
Zielgruppe: PädagoInnen in der offenen Jugendarbeit

Praxisfeld Heimunterbringung
Sexualität ist gleichermaßen für fremd untergebrachte Kinder und Jugendliche, wie für solche in Heimen und Wohngruppen ein grundlegendes Thema. Aufgrund der unterschiedlichen Altersstrukturen der Kinder und Jugendlichen ist nahezu das gesamte Spektrum an Themen zur Sexualität und sexuellen Entwicklung gefragt. Die Palette an sexualpädagogischen Anlässen ist bunt und reicht von Freundschaften über das soziale Miteinander bis zu Prostitution und Missbrauchserfahrungen.
Die Anforderungen an die PädagoInnen sind groß, sie sind hier in sehr umfassender Weise als Bezugspersonen gefragt, wie es unter anderen Bedingungen in der Regel die Eltern sind.
Wie kann eine sexualfreundliche Erziehung sinnvoll in der Heimunterbringung ermöglicht werden? Welche Rolle und Umgang können PädagoInnen in Bezug auf dieses Thema für sich finden? Auf diese oder andere Fragen möchten wir mit ihnen Antworten für ihre Praxis erarbeiten.
Zielgruppe: PädagoInnen in der Heimunterbringung

 

Selbstbehauptung für Mädchen und Jungen – Ansätze einer geschlechterbewussten Gewaltprävention

Mädchen und Jungen wachsen mit unterschiedlichen Erfahrungen und
Bezügen zu Gewalt auf. Auch unsere Wahrnehmung von Konflikten und Gewalt  hängt stark von unseren biographischen und geschlechtsbezogenen Vorerfahrungen ab.
In diesem Workshop werden wir praxiserprobte Übungen aus dem Bereich der Selbstbehauptung mit der Reflexion und theoretischen Auseinandersetzung
über geschlechtsbezogene Gewaltwahrnehmungen verbinden.
Angesprochen sind alle pädagogischen Fachkräfte, die mit Mädchen und/oder Jungen ab 8
Jahren arbeiten.

Referentin: Susanne Brandes (Dipl. Pädagogin, Mädchenarbeiterin, MEDIUM e.V.)
Referent: Axel Hengst (Dipl. Pädagoge, Jungenarbeiter, Mannigfaltig, Hannover)

Affektkontrolle und Anti-Gewalt-Training unter geschlechterdifferenzierter Sicht

Jugendgewalt ist wieder ein aktuelles Thema. Im Wahlkampfgetöse werden gefährliche populistische Parolen verbreitet, die suggerieren, dass einem komplexen Thema mit sehr verschiedenen Hintergründen und Ursachen mit einfachen Mitteln zu begegnen wäre.

Neben vielen augenfälligen Faktoren, die aktuell in den Medien diskutiert werden (Armut, Migration, Bildung etc.), ist ein Phänomen von Jugendgewalt deutlich am Kommen, dem in der öffentlichen Debatte gar keine Aufmersamkeit zuteil wird: Der Anteil der Täterinnen ist seit Jahren konstant am wachsen, und hinsichtlich der Qualität der Gewalt, die durch Mädchen ausgeübt wird, stehen sie den Jungen zunehmend in Nichts mehr nach.

Wir wollen in dieser Veranstaltung betrachten, welche Motive Mädchen haben, die zuschlagen, und ob es vielleicht auffällige Unterschiede zur Motivation der Jungen gibt. Wie »lernen« Mädchen Gewalt und Rücksichtslosigkeit als funktionales Verhaltensinstrument zu gebrauchen, und wie lernen es Jungen? Hat die von außen betrachtet gleich aussehende Gewalt letztlich für beide Geschlechter unterschiedliche Funktionen?

Wenn wir zu diesen Fragen eine Haltung erarbeitet haben, werden wir uns gemeinsam mit Methoden aus dem Anti-Gewalt-Training und der Affektkontrolle vertraut machen. Diese Methoden, die in Jungen- oder Mädchen-Trainings eingesetzt werden, sind ähnlich bis gleich. Wir werden üben, sie geschlechterdifferenziert einzusetzen und die damit gemachten Erfahrungen vor dem Hintergrund der Unterschiedlichkeit so auszuwerten und zu reflektieren, dass wir darin den besonderen Bedingungen von Mädchen bzw. Jungen gerecht werden.

Konfliktkulturen statt Kulturkonflikte – Interkulturelle Kompetenz mit Mädchen und Jungen als Gewaltprävention

In vielen pädagogischen Feldern können wir beobachten, dass sich Mädchen und Jungen insbesondere in Konfliktsituationen auf ihre kulturelle Herkunft beziehen. So werden Alltagskonflikte „ethnisiert“ und erlangen den Charakter von Kulturkonflikten. Gleichzeitig beeinträchtigen Konflikte aufgrund kultureller Verschiedenheiten und Missverständnisse unseren pädagogischen Alltag. Der Umgang mit Gewalt ist dabei eine feste Größe in der Jugendarbeit und wirft folgende zentrale Fragen auf:

  • Welche Kompetenzen sind erforderlich, um die kulturelle Vielfalt als Bereicherung zu gestalten?
  • Was sind die Grundlagen einer Gewaltprävention, die die besonderen Lebenswelten von Jungen und Mädchen gleichermaßen gezielt berücksichtigt?
  • Welche Chancen, welche Schwierigkeiten liegen in dem Verhältnis von Frauen zu Jungen und von Männern zu Mädchen?
  • Wann hilft mir dabei kulturelles Wissen, wann behindert es mich möglicher Weise?
  • Was muss gewährleistet sein, damit die interkulturelle Gewaltprävention wirksam wird?

In der Fortbildung werden verschiedene Methoden der geschlechtsbewussten Gewaltprävention und der Interkulturellen Pädagogik vorgestellt. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit konkreter Fallbesprechungen.

Soziale Kompetenz als Lernziel für Mädchen und Jungen in der Grundschule

Die Grundschule ist längst nicht mehr nur ein Lernort, sondern ein wichtiger Lebensraum für Mädchen und Jungen. Insbesondere die verlässlichen Grundschulen müssen zunehmend auch allgemeine Erziehungsaufgaben übernehmen und die sozialen Kompetenzen der Schüler/innen einüben und festigen. Dadurch werden auch an LehrerInnen und SozialpädagogInnen immer neue, komplexe Anforderungen und Fragen gestellt:

  • Welche Kompetenzen bringen Mädchen mit, welche Jungen?
  • Gibt es soziale Konflikte, die immer gleich verlaufen?
  • Wie gehe ich als LehrerIn/ als SozialpädagogIn mit Konflikten um?
  • Wie kann ich die kulturelle und soziale Vielfalt der Klassen als Ressource nutzen?
  • Wie können SchülerInnen mit in die Verantwortung genommen und demokratische Strukturen in der Schule installiert werden?
  • Wie können wir Eltern als Unterstützende gewinnen?
  • Welche Möglichkeiten eröffnet die Unterrichtstunde „Soziales Lernen“?

Diese Fortbildung will LehrerInnen und SozialpädagogInnen unterstützen, kreative Konfliktkulturen in ihren Alltag zu integrieren. Es sollen Anregungen für eine fundierte Gestaltung entsprechender Themeneinheiten gegeben werden. Dafür werden praxiserprobte Methoden der Gewaltprävention und des Sozialtrainings vorgestellt und reflektiert. Die konkreten Fragen und Fälle der Teilnehmenden bilden dabei den Ausgangspunkt.

„Was wird aus meinem Kindheitstraum?“ Berufs- und Lebensplanung für Mädchen und Jungen

Trotz einer bemerkenswerten Vervielfältigung der Modelle und Handlungsoptionen für Mädchen und Jungen weisen ihre Berufs- und Lebenspläne große geschlechtsbezogene (und teilweise geschlechtsstereotype) Unterschiede auf. Oft gerät in Vergessenheit, dass Pädagogen und Pädagoginnen in ihrer Arbeit mit Jungen und Mädchen selbst Vorbilder präsentieren, die ebenfalls geschlechtstypische Faktoren aufweisen.

Ziel des Workshops ist es, PädagogInnen Möglichkeiten zu eröffnen, um Mädchen und Jungen kompetent und geschlechtsbewusst bei Fragen der Lebens- und Berufsplanung beraten und unterstützen zu können.

Dazu laden wir ein,

  • die eigene Haltung in diesem Prozess zu reflektieren,
  • die geschlechtstypischen Positionen von Jungen und Mädchen in ihrer Lebensplanung zu betrachten,
  • den Blick von der Berufsorientierung zur Lebensplanung hin zu weiten,
  • Methoden zur Lebensplanung kennen zu lernen und zu erproben, z.B. Identitäts- und Kooperationsübungen, Methoden zur Sensibilisierung von Selbst- und Fremdwahrnehmung,
  • Methoden zur Perspektivbildung in der Lebensplanung jenseits geschlechtstypischer Rollenerwartungen.

Im ersten Teil der Veranstaltung sollen vor dem Hintergrund der eigenen Arbeit die TeilnehmerInnen in ihrer pädagogischen und Beratungskompetenz gestärkt werden.
Im zweiten Teil werden Methoden zur Arbeit mit Jungen und Mädchen im Bereich der Lebensplanung vorgestellt und ausprobiert.

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